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Jim Morrison

November 12th, 2010 | Posted by admin in Persönlichkeiten

Selten gab es eine so umstrittene Figur in der Gesellschaft wie Jim Morrison. Revolte, Chaos und Anarchie waren seine Lebensmaxime und diese setze er auf seine ganz eigene Art und Weise als Filmproduzent, Lyriker und Leadsänger der Band ‘The Doors’ durch.

Als Sohn eines amerikanischen Militärs wurde er am 8. Dezember 1943 in Florida geboren. In seiner Kindheit musste er wegen der verschiedenen Stationierungen seines Vaters häufig umziehen und wuchs unter strenger, autoritärer Erziehung auf. Gegen den Willen seiner Eltern nahm er 1962 ein Studium der Filmwissenschaften auf und produzierte neuartige und auf Ablehnung stoßende, provokative Kurzfilme. Schon als Kind hatte er angefangen, die Werke großer Schriftsteller wie Balzac, Baudelaire, Joyce oder Nietzsche zu lesen und bald seine Liebe zu Sprache und deren Macht entdeckt. Er verehrte Alexander den Großen, nachdem er seine Texte studiert hatte und ließ sich daraufhin gern in der Art dessen Büste darstellen. Man kann also nicht behaupten, dass Morrison ungebildet in sein Erwachsenenleben gestartet sei und immer handelte er mit einem philosophischen Hintergrund sowie weltanschaulichen Überlegungen, die schon die angesehenen Literaten Jahrzehnte zuvor angestellt hatten. Doch er machte sie auf seine Weise publik.

Während seine Studiums lernte er einige Kommilitonen kennen und gründete eine Band, die sich nach einigen Umbesetzungen und Namensänderungen schließlich The Doors nannte. Er schrieb anfangs sämtliche Songtexte und lebte seine lyrische Veranlagung aus, nebenbei schrieb er aber auch noch Gedichte, die er jedoch nur ungern und selten veröffentlichte oder vortrug.

Kurz nach dem Ende seines Studium lernte er außerdem Pamela Courson kennen, die seine Lebensgefährtin wurde.

Schon während seiner gesamten Studienzeit nahm Morrison verschiedene Drogen zu sich, was er besonders als Frontmann der ‘Doors’ vermehrte, sodass schließlich der Drogenkonsum zu einem festen Bestandteil seines Lebens wurde. Auch seine Lebensgefährtin war heroinabhängig.

Nachdem ein renommierter Fotograf ihn in erotischen Posen abgelichtet hatte und er zudem eine revolutionäre Stimmung, die den Zeitgeist traf, ausstrahlte, wurde er auch mehr und mehr zum Sexsymbol erhoben. Gleichzeitig galt er als eine Art Freigeist für eine ganze Generation.

Während in Großbritannien die große Brit-Welle mit Bands wie den Beatles oder Pink Floyd rollte, bildeten die ‘Doors’ bald eine Art Gegengewicht in den USA. Mit Nr.1-Hits in den amerikanischen Billboard-Charts traf die Band den Geschmack der Zeit und die Konzerte waren bald heißbegehrt.

Was jedoch die Begeisterung der Jugend war, war das Misstrauen der Behörden, denn die meisten Konzerte liefen chaotisch, aggressiv und obszön ab – Hauptsache unkonventionell. Es wurde viel getrunken, Drogen konsumiert und häufig die Bühnen zerstört, sodass bald zu den Gigs ein großes Polizeiaufgebot gehörte. Während einer Welttournee mussten die Bandmitglieder zum großen Unmut der Fans ihren Frontmann immer häufiger ersetzen, weil er wegen Alkohols und Drogen nicht zum Auftritt fähig war oder einfach dem Gig fernblieb. Auf die Spitze trieb Morrison sein Image als Provokateur bei einem Konzert 1969 in Miami, nach dem er u.a. wegen „unzüchtiger Entblößung“, „vulgärer Sprache in der Öffentlichkeit“ und „öffentlicher Trunkenheit“ zu Geldstrafen und Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilt wurde. Dazu hatte er auch noch indirekt Drohungen gegen den damalig neuen Präsident Nixon ausgesprochen, sodass letztlich sogar die Stimmung unter seinen Fans kippte und er vom Sexsymbol und Idol zum Antihelden mit dem Staat im Nacken wurde.

Morrison zog sich zurück, arbeitete fortan an seinen Gedichten und suchte seine Partnerin Courson, die zu Affären und Reisen das Land verlassen hatte und nach Europa gezogen war.

Mit den Bandmitgliedern überwarf er sich, nachdem sie die Rechte an dem Song „Light my fire“ zu Werbezwecken verkauft hatten, ohne dass Morrison zugestimmt hatte. Nach einem letzten Konzert folgte er Pamela Courson nach Paris, wo er sich weiter um seine Gedichte und Drehbücher kümmern wollte.

1971 starb er jedoch an einer Überdosis Heroin – wahrscheinlich: denn wie bei allen großen Stars einer Generation ranken sich auch um seinen Tod einige Legenden und sein Grab in Paris ist noch heute eine Besucherattraktion.

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