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Nicolae Ceausescu – Rumäniens Diktator

Oktober 25th, 2010 | Posted by admin in Allgemein

Conducator ließ er sich nennen – Führer. Er fühlte sich auch an diesem ersten Weihnachtstag 1989 noch als Vater der Rumänen Als Führer aber war er gescheitert, als er am Nachmittag des 25. Dezember 1989 gemeinsam mit seiner Frau von Offizieren der rumänischen Armee vor einer Wand in Targoviste erschossen wurde. Ein skurriles Verfahren vor einem eilige zusammengestellten Militärgericht endete mit dem Todesurteil gegen den Mann, der das rumänische Volk 22 Jahre lang in seiner eisernen Hand hielt. Jenem ersten Weihnachtstag 1989 war die rumänische Revolution vorausgegangen – Demonstration und Tote in der Zivilbevölkerung veranlassten die Armee am Ende die Fronten zu wechseln. Ceausescu stand allein da mit seinem gefürchteten Geheimdienst Securitate und flüchtetet nach einer Rede aus Bukarest.

Foto: RaLaura

Der Mann, der heute sinnbildlich steht für eine kommunistische Diktatur, die das eigene Volk in Hunger und Elend treibt, war noch in den 60er und 70er Jahren ein im Westen geachteter Staatsmann. Der Westen schätzte ihn, stellte sich der Sohn einer einfachen Bauernfamilie aus Scorcinesti doch gegen die Blockpolitik der Sowjetunion. Er verweigerte den Sowjets rumänische Militärhilfe bei der Niederschlagung des Prager Frühlings und verurteilte häufig und scharf das hegemoniale und militärische Auftreten der Sowjetunion. Richard Nixon beschenkte ihn mit Autos und in Deutschland wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

In jener Zeit machte er sich auch in Rumänien Freunde. Seine Industrialisierungspolitik trug Früchte und das Land erlebt einen Aufschwung. Im Laufe seiner Amtszeit vereinigte er als Staatssekretär der Kommunistischen Partei Rumänien und Staatspräsident alle Macht auf sich und initiierte einen skurrilen Personenkult stalinistischer Prägung. Als Conducator oder Genie der Karpaten ließ er sich feiern, installierte mit der Scuritate einen unterdrückerischen Geheimdienst-Apparat und schaltete politische Gegner rücksichtslos aus. Ähnlich des Honecker-Ehepaares erhielt auch Ceasuescus Frau Elena großen politischen Einfluss. Sie schmückte sich gar mit falschen akademischen Titeln. Die Unterstützung im Land verlor Ceausescu auch durch seine Pläne, ganze Dörfer zu vernichten und in agro-industriellen Komplexen zusammenzufassen. Wären diese Pläne bis zum ende durchgeführt worden, über 8000 Dörfer in Rumänien wären von der Landkarte verschwunden. Die Schulden durch die Industrialisierungspolitik häuften sich, die rumänische Wirtschaft lag am Boden und Ceasusescu schnallte den Gürtel im Land so eng, dass das Volk zu verhungern drohte. Rumänien wurde in den 80er Jahren ein Musterbeispiel von Misswirtschaft, Unterdrückung und Armut in Europa. Die Geheimpolizei Securitate waltete mit zunehmend brutaler und allumfassender Hand. Im Winter 1989 entlud sich dann der Unmut des Volkes in landesweiten Protesten, die schließlich zum Ende der Ära Ceausescu führten. Dass der Umsturz allein dadurch herbeigeführt wurde, mag dennoch bezweifelt werden. Die schnelle Hinrichtung Ceausescus dient war sicherlich auch im Interesse der zukünftigen Machthaber im Lande und die politischen Verhältnisse in den 90er Jahren waren mitunter derart undurchsichtig, dass ein von langer Hand geplanter und von einflussreichen Politikern organisierter Umsturz nicht unwahrscheinlich ist. Heute ist Rumänien Mitgleid der EU. Die Leichen des Diktatoren-Ehepaars wurden im Sommer 2010 für einen DNA-Analyse exhumiert. Es gibt Leute, die die Identität der Leichen anzweifeln. Das Ergebnis steht aus.

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